Wahlkreisprofil

Geschichte

Die Geschichte der Region, die nach der Neuordnung der Wahlkreise für die Bundestagswahl 2002 den Wahlkreis von Hans-Joachim Hacker bildet, ist mecklenburgische Geschichte. Das heutige Wahlkreisgebiet bildete lange Zeit einen großen Teil des (Groß)Herzogtums Mecklenburg-Schwerin.

Das fruchtbare Land des Wahlkreises war schon sehr früh besiedelt. Davon legen heute viele Funde von stein-, bronze- und eisenzeitlichen Grabstätten Zeugnis ab. Mit der frühmittelalterlichen Völkerwanderung, Mitte des ersten Jahrtausends, verließen die Germanen ihre Siedlungen nicht nur in dieser Gegend. An ihrer Stelle besiedelten westslawische Stämme der Abodriten und Luziten den verlassenen Raum. Aus der Zeit der slawischen Besiedlung stammt auch der Name des Landes. So geht der Name "Mecklenburg" auf die "Mikilinburg", dem Stammsitz des abodritischen Slawenfürsten Niklot im Dorf Mecklenburg bei Wismar zurück. Im Westen bildete sich seit dem 4. Jahrhundert das fränkische Großreich heraus, nachdem die Franken die deutschen Sachsen unterworfen hatten. Mit den deutschen Ostfeldzügen im 12. Jahrhundert vermischten sich die Slawen mit deutsch-fränkischen Siedlern aus Niedersachsen und Westfalen. Teilweise wurden auch sie verdrängt. 1160 eroberte der Sachsenherzog Heinrich der Löwe das Land. In der Zeit wurden, wie nahezu überall in Mitteleuropa, zahlreiche Städte gegründet sowie Siedlungen ausgebaut. So beispielsweise auf dem Gebiet des heutigen Wahlkreises die spätere Landeshauptstadt Schwerin im Jahr 1160, Wittenburg 1226, Grabow 1252, Boizenburg 1255 oder die im Dreißigjährigen Krieg hart umkämpfte Festungsstadt Dömitz 1259. Im Mittelalter waren zahlreiche Städte in der weiteren Umgebung Mitglied der Hanse.

Im vierzehnten Jahrhundert wurde das mecklenburgische Gebiet, bisher aus mehreren weltlichen und geistlichen Herrschaftssitzen zusammengesetzt, zum Herzogtum Schwerin- Mecklenburg politisch aufgewertet. Das Herzogtum wurde vollständig unabhängig von Sachsen. Das slawische Adelsgeschlecht der Nilogen führte bis 1918 das zuvor entstandene Großherzogtum. Residenzstädte von Schwerin- Mecklenburg waren Schwerin und Ludwigslust. 1919 endete die Fürstenherrschaft.

Am Ende der Naziherrschaft besetzten zuerst amerikanische Truppen das Gebiet des heutigen Wahlkreises. Zusammen mit anderen amerikanischen Vorstoßräumen wurde es dann jedoch gegen den amerikanischen Sektor in Berlin eingetauscht. Ab 1952, nach Gründung der DDR, gehörte das Gebiet des heutigen Wahlkreises zum Bezirk Schwerin. Nach der friedlichen Revolution 1989, der Wiedervereinigung und einer Wahlkreisneuordnung besteht der Wahlkreis erstmals für die Bundestagswahl 2002 in den Grenzen der kreisfreien Stadt Schwerin und des Landkreises Ludwigslust.