Kabinenluft: Schwarz-Gelb schiebt Aufklärung auf die lange Bank
08.02.2012: Der Bundestags¬ausschuss für Verkehr hat heute einen SPD-Antrag „Flugzeugbesatzungen und Reisende vor kontaminierter Kabinenluft schützen“ mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen abgelehnt. Der Schweriner Bundestagsabgeordnete Hans-Joachim Hacker, hatte den Antrag als zuständiger Berichterstatter SPD-Bundes¬tagsfraktion erarbeitet.
„Die schwarz-gelbe Koalition verweigert eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem seit Jahren bestehendem Problem kontaminierter Kabinenluft in Passagierflugzeugen“, kritisiert Hacker die Ablehnung. Der Antrag enthielt Forderungen nach Maßnahmen zur Erforschung von Ursachen und die Entwicklung von Lösungsmöglichkeiten. Nun werde deutlich, so Hacker, dass Flugzeugbesatzungen und Reisende in der Regierungskoalition offenbar keine Lobby hätten.
Der Schweriner SPD-Politiker verweist darauf, dass jetzt erstmals auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) eine "schwere Störung" des Flugbetriebs aufgrund der plötzlichen Erkrankung eines flugzeugführenden Kopiloten festgestellt und das Nervengift TCP in dessen Blut nachgewiesen habe. „Es geht also um ein ernsthaftes Problem für die Sicherheit und die Gesundheit von Flugpersonal und Passagieren. Es geht um ein Risiko für die Flugsicherheit“, erklärt Hans-Joachim Hacker.
Die Ursachen, warum Rückstände von verdampftem Triebwerksöl infolge fehlerhafter Abdichtungen im Zapfluftsystem in die Kabinenluft gelangen, müssten daher unverzüglich untersucht und abgestellt werden. Die SPD-Bundestagfraktion hatte daher die Bundesregierung mit ihren Antrag aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit Problemlösungen zur Abstellung der Ursachen gesucht werden. Die Aufklärung der gemeldeten Fälle und Aufschluss über die Dunkelziffer sei ebenso notwendig, wie umfassende Langzeitmessungen zur Belastung der Kabinenluft mit Schadstoffen und unabhängige wissenschaftlichen Studien über die gesundheitlichen Auswirkungen.
Bundesbehörden, Luftfahrtunternehmen sowie Flugzeug- und Triebwerkshersteller sind aufgerufen, gemeinsam die Entwicklung geeigneter Mess-, Kontroll- und Warnsysteme für gesundheitsge-fährdende Stoffe im Zapfluftsystem, den Einbau entsprechender Sensortechnik und die Entwicklung nicht toxischer Triebwerksöle voranzutreiben. Hacker: „Es ist fahrlässig, die Erforschung des Problems weiter auf die lange Bank zu schieben. Wer hier auf Zeit spielt, spielt auch mit der Gesundheit und dem Leben von Menschen.“





